September 23

Yaseen Shakoor

Ein Name, den ich nicht einmal lesen kann, geschweige denn aussprechen oder mich morgen daran erinnern. Ihr etwa?

Trotzdem lese ich die Geschichte des kleinen syrischen Jungen, der verhungernd auf einem kalten Bordsteig verenden musste und sie berührt mich. Warum? Nicht, weil es schon die zweite Geschichte eines toten Kindes ist, welches in dramatischer Darbietung der Kamera abgewandt fotografiert wurde.


Nein, es ist die „grausame Welt“, die ihn allein hat sterben lassen.
Wir sind diese Welt.


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Juli 28

Was ist schon Geschichte?

Ich wollte immer etwas erzählen und vor lauter Findensdrang übersah ich alles. Bis auch einen dieser Tage, an dem man plötzlich seine ganze Wahrnehmung verändert.

Ich stieg in die S-Bahn und entdeckte auf den Fahrradsitzen eine in sich zusammengesackte Frau, deren Zustand ich nicht unterscheiden konnte von Ohnmacht oder eigenartiger Schlafposition. Selbst mein innerer Schweinehund sagte: „Frag lieber nach, was los ist“ und so tat ich. Als die Frau erkannte, dass sie in der entgegengesetzten Richtung ihres Fahrziels gestrandet war, verfiel sie nach einem geseufzten „Nicht schon wieder…“ in lautloses Weinen.


Mein Bauchgefühl zeigte mir nun mit Nachdruck, dass ich mich jetzt nicht einfach wieder zurücksetzen und das ignorieren kann.


Wie Jack zu Rose sagte: „Jetzt gehen Sie mich etwas an.“ Weiterlesen

Juli 20

Danke Luna Darko,

nur wegen dir sitze ich an einem viel zu frühen Freitagmorgen in der Bahn. Aber es hat sich gelohnt, mal wieder.

Lass dir gesagt sein: Ich versteh dich vollkommen, dass du dem alten YouTube-Leben abschwören willst und andere zum Nachdenken bringst. Das tust du! Und jedes Mal wieder ärgere ich mich, dass ich deine Videos nicht kommentiere und dich unterstütze!


Sieh diesen Text als Zusammenfassung all meiner Gedanken zu deinen Videos!


Meiner Meinung nach, hast du auch Recht, dass „die Anderen“ bildungsresistent sind. Sie sind leider (noch) nicht so weit. Weiterlesen

Juli 10

Die Menschen sind nicht dafür geschaffen, im Stress zu leben.

Oh, wie wahr, mein lieber Freund. Wie wahr. Es ist schade, wenn alle immer nur zu gehetzt sind, um sich zu besuchen oder 10 Minuten zu investieren, wenn man sich zufällig über den Weg läuft.


Berlin ist ein Dorf, ich sag’s euch.


Innerhalb von wirklich 1 Minute traf ich seit Langem zwei Freunde wieder, ganz zufällig an der S-Bahn-Haltestelle. Im Abstand von 1 Minute, wenn überhaupt. Und die beiden kennen sich sogar sehr gut. Was ist das für ein Zufall? „Kein Zufall, sondern ein Zeichen“, sagte einer der beiden. Und so sehe ich das auch. Weiterlesen

Juni 19

Verpasste Nächte

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Was verstehen die Leute unter einer richtigen Partynacht? Betrinken, laute Musik, prosten und posen, glotzen und am Ende im Strahl kotzen.

Mein Ding war das nie. Gestern hatte ich einer sagenhaften Fete beigewohnt. 14:00 Uhr anwesend sein. In der Küche sitzen.


Scheiße labern, bis die Augen tränen und die Pisse drückt.


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Juni 11

Liebesbrief an die Playsi

Liebste Playsi,

Boah du Vogel, mach doch mal! Ooooch…
Wieso machst du Wichser nicht das, was ich dir sage?
Ey du verdammter Hurensohn, man! Mach doch mal was!


Okay, ihr gottverdammten Hurensöhne.


Ja schön, ich kann…
Ey du sollst da nicht hochspringen, du sollst nur die verdammte Tür zumachen!
Gut, dann versuch’s ich’s woanders, man! Weiterlesen

Mai 31

Kein perfekter Titel.

Dieser Anblick kurz vor dem schummrigen Einschlafen. Nicht genau zu wissen, ob man noch wach ist oder schon träumt. Unfassbar, wenn ich wirklich gerade wach bin und genau das fand, was ich mir immer erträumt habe. Wie ich an deinen Kopflinien entlangschaue. Eine perfekte Silhouette, vollkommen entspannt und so wunderschön. Augenlider, Nase, Lippen. Als wäre es mir schon jahrelang vertraut. Ein Leben lang.

Leichtes, gleichmäßiges Atmen in meine Richtung. So fühlt sich Glück an. Immer wieder gleitet mein Blick an deiner Silhouette entlang und ich frage mich, ob es Vergangenheit oder Gegenwart sei. Bis mir mit einem wohligen Flattern im Magen auffällt, dass es wirklich ist. Dass du wirklich bist. Für mich.


Hast du eine Ahnung, wie es sich anfühlt, neben seinem Traum zu liegen?


 

Mai 8

Rentner-Shopping

Neulich wieder so eine Begegnung, die ich mit Handy im Fressbrett nicht erlebt hätte. Stellt euch vor, auf euch kommt ein rüstiges Rentnerkollektiv zu gewatschelt und ist händeringend am Fragen: „Wer ist Briemarkt?“

Für eine Sekunde frage ich mich:


Wollen die jetzt Briefmarken kaufen oder zum Käsemarkt?


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