August 25

#0006 Umkehr ist Tod.

Die erste Suche nach über einem Monat.

Ich habe mich für eine neue Arbeit entschieden und befinde mich in einem containerartigen kleinen Büro mit weißen Wänden und viel Licht. Herr Trafo scheint mein Chef zu sein.

Ich liege auf einem knarrenden schwarzen Metallbett und mich beobachten die Menschen vor der Tür, was mir sehr unangenehm ist. Der Raum, in dem ich mich befinde, ist rot-schwarz und dunkel und scheint keine Fenster zu haben. Ich habe mich mehrmals im Bett gewälzt, aber niemand kam herein.

Als ich in einem sehr hellen und weißen Bahnwaggon sitze, vermischt sich seine Hülle mit der Nacht. Ich schaue auf den Bildschirm und lasse viele Hasskommentare über mich ergehen, z.B.: „Was bildet die sich ein? Herr Trafo war doch verheiratet, diese Schlampe!“ Aber das kommt nicht an mich heran; ich habe keine Angst. Ich denke mir: „Erstens, wie kann das sein, wenn ich noch Jungfrau bin? Und zweitens, was ist mit seiner Entscheidung, seine Frau zu betrügen? Ich kann ihn ja kaum zwingen!“ Diese Gerüchte lassen mich komplett ruhig und entspannt; ich habe kein Verlangen, mich zu rechtfertigen, da ich die Wahrheit kenne.
Zurück im hellen Waggon werde ich irgendwie zum Aufstehen gebracht; wahrscheinlich wegen des Gerüchts. Die zwei Viererabteile sind recht gut besetzt, so entscheide ich mich in den hinteren Teil des Waggons zu gehen. Als ich jedoch sehe, dass der Boden dort mit schwarzem Blut verschmiert ist wie Öl und eine weiße geköpfte leblose Kreatur vor meinen Füßen liegt, stößt mir ein abstoßender Gestank in die Nase und ich mache kehrt. Ich habe allerdings keine Angst, mich wieder zwischen die Personen zu setzen, die mich vorher verabscheut haben.



VeröffentlichtAugust 25, 2017 von Die Irre in Kategorie "Self-Research

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