September 18

#0030 Kriegst du überhaupt Irgendetwas auf die Reihe?

Ein großer Bier-Whirlpool und drei angeheiterte Japaner kriegen es gerade so hin, nicht in den Pool zu pinkeln. Einer der Japaner will ein Taschentuch wegschmeißen, trifft aber nur den Wasserabfluss und suggeriert mir, das könne ich ja erledigen. Ich stehe außerhalb des Pools und schaue fassungslos von dieser Dreistigkeit umher. Der Whirlpool scheint mir zu gehören.

Im Haus des Kindes in Gerswalde ist alles mit roten Vorhängen zugezogen. Wahrscheinlich ist draußen ein toller Sonnenuntergang, den man so nicht sehen kann. Wir wollen längst aufbrechen, aber Emanuel sitzt entspannt vor dem TV und zeigt voller Stolz, dass er den Apfelwhiskey fast komplett allein ausgetrunken hat. Die übriggebliene Whiskeypfütze in der Flasche sieht aus wie ein kleiner brauner Pudelhund.
Plötzlich hockt Emanuel in der Ecke und moscht etwas. Ich denke, er räumt endlich seine Klamotten auf, die überall in der Bude verteilt liegen. Stattdessen hat er sich wieder einmal komplett ablenken lassen und der Stress bleibt wieder einmal an mir hängen. Ich bin so sauer und beginne, ihm die ehrlichsten Worte zuzubrüllen, dass er zwar eine erwachsene Klärung und eine Aussprache haben wolle, sich jetzt aber wie ein trotziger Teenager verhält. Ich bewerfe ihn mit seinen Klamotten, unter denen er sofort verschwindet und mein letzter Gedanken ist: „Endlich geht er!“



VeröffentlichtSeptember 18, 2017 von Die Irre in Kategorie "Self-Research

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