September 26

#0033 Sind da etwa Leichenteile drin?

Die Szene beginnt im Esszimmer. Es liegt dunkelblaue Tischdecke auf dem Esstisch. Er ist voll gedeckt mit runden Holzbrettern und weiß-blauen Tellern, auf denen rot-braune Fleischstückchen liegen, die aussehen wir angebratene Würstchen in Rahmsauce.
Der Tisch ist voll besetzt und mein Sitznachbar und ich müssen uns ein Holzbrett teilen, obwohl wir schon zwei Teller haben. Aber die Frau, die uns das Essen vorsetzt, besteht darauf, dass wir zwei Holzbretter bekommen. Ich verstehe den ganzen Trubel nicht und will einfach nur essen, weil ich Hunger habe. Deshalb lege ich kurzerhand beide Holzbretter übereinander. Ich bin beim Essen, jedoch sagt Jemand, dass da eventuell zwei Menschenteile drin sind, die ich (laut seines Tonfalls) herausfinden müsse. Die Masse der Fleischstückchen sieht dermaßen homogen aus, dass es mir sowieso schon vorher aufgefallen wäre und ich entscheide, die Angst vor der Tradition nicht auf mich zu übertragen. Wozu essen die denn so seelenruhig, wenn „eventuell“ zwei Leichenteile da drin sind? Sind sie gerne Kannibalen? Und selbst wenn ich gerade Menschenfleisch gegessen hätte: Ich werde es doch nie wirklich wissen!
Um das Risiko nicht zu erhöhen, kann ich doch einfach aufhören zu essen. Auf diese einfache Idee ist noch keiner gekommen.

September 22

#0032 Ich spiele nur solange mit wie nötig.

Ich betrete meine helle große Wohnung und bin verduzt, als ich die abgefuckte hinterhältige Frau mit schlechten Zähnen von Orange is the New Black erblicke. Mein Bauchgefühl sagt mir, ich solle das Spiel mitspielen und mich ruhig verhalten. Das Terrassenfenster ist angeklappt; dadurch ist sie sicher in die Wohnung gelangt.
Ich laufe durch die Wohnung. Meine Badewanne ist voll Wasser und es liegt eine gelbe Plane und mein Schweigen-der-Lämmer-Buch, das ich von Emanuel bekommen habe, im Wasser. Wahrscheinlich ist der Stöpsel abhanden gekommen. Aber wieso ist Wasser in der Wanne, wo es doch gerade niemand braucht?
Zur Terrasse lässt die Frau ihren Komplizen herein, der mir durch sein süffisantes Grinsen bedeutet, dass die Wohnung nun ihnen gehöre. Ich laufe zwei Mal durch die Wohnung um unauffällig nach meinem Cheshire-Rucksack zu suchen. Währenddessen verlassen die Beiden die Wohnung mit den Schlüsseln und ich zücke sofort mein Handy um die Polizei zu rufen. Ich könnte alles beweisen, da die beiden ja nicht im Mietvertrag stehen. Während ich daran denke, dass man über mein Handy nur noch über Lautsprecher telefonieren kann, fange ich an, nach einer anderen Lösung zu suchen. Ich könnte auch das riesige schwere Regal vor die Tür schieben um sie am Hineinkommen zu hindern. Oder ich sage meinem Nachbarn, dass ich dringend Hilfe brauche.

Als ich begreife, dass sich diese Situation für mich zum Positiven entwickeln wird, endet die Suche.

September 18

#0031 Adventures before business!

Ich zocke Pokémon Go und entdecke alte Ruinen und verlassene Häuser. Meine männliche Begleitung ist total tiefenentspannt und scheint alles mit zu machen. Wir sind in einem verwinkelten Haus, in dem ganz viel Staub liegt und blau-grüne Farbe von der Wand blättert. Mein Handy scheine ich schon nicht mehr beim Wickel zu haben, da das Entdeckte viel interessanter ist.
Ich biege rechts in einen länglichen kleinen Raum ab, der zwar wie ein Flur wirkt, aber mit Tageslicht versorgt ist. Im vorherigen Raum scheint eine Führung stattzufinden und da meine Begleitung beruflich ans Handy geht, will ich sie gerade nicht stören. Die rechte Tür am Ende des Gangs scheint zur Damentoilette zu führen. Das weiß ich, obwohl kein Schild dort hängt. Die mittlere Tür ist für Männer und ich ziehe spielerisch an beiden ohne eine öffnen zu wollen. Die dritte Tür verwandelt sich in die mittlere Männertür und als ich sie öffne, erblicke ich eine junge Schulklasse, die von Herrn Lurren unterrichtet wird. Ertappt, aber belustigt flüstere ich mehr zu mir selbst: „Oh Scheiße!“ und krieche grinsend wieder zurück, als wurde ich bei einem harmlosen Klingelstreich erwischt.
Ich scheine im Hauptraum alle Blicke auf mich zu ziehen, aber das ist mir egal. Wichtig ist mir nur, dass meine Begleitung vom Handy ablässt und aufgeregt meinem Abenteuer lauscht. Hat er mir seine volle Aufmerksamkeit geschenkt?

September 18

#0030 Kriegst du überhaupt Irgendetwas auf die Reihe?

Ein großer Bier-Whirlpool und drei angeheiterte Japaner kriegen es gerade so hin, nicht in den Pool zu pinkeln. Einer der Japaner will ein Taschentuch wegschmeißen, trifft aber nur den Wasserabfluss und suggeriert mir, das könne ich ja erledigen. Ich stehe außerhalb des Pools und schaue fassungslos von dieser Dreistigkeit umher. Der Whirlpool scheint mir zu gehören.

Im Haus des Kindes in Gerswalde ist alles mit roten Vorhängen zugezogen. Wahrscheinlich ist draußen ein toller Sonnenuntergang, den man so nicht sehen kann. Wir wollen längst aufbrechen, aber Emanuel sitzt entspannt vor dem TV und zeigt voller Stolz, dass er den Apfelwhiskey fast komplett allein ausgetrunken hat. Die übriggebliene Whiskeypfütze in der Flasche sieht aus wie ein kleiner brauner Pudelhund.
Plötzlich hockt Emanuel in der Ecke und moscht etwas. Ich denke, er räumt endlich seine Klamotten auf, die überall in der Bude verteilt liegen. Stattdessen hat er sich wieder einmal komplett ablenken lassen und der Stress bleibt wieder einmal an mir hängen. Ich bin so sauer und beginne, ihm die ehrlichsten Worte zuzubrüllen, dass er zwar eine erwachsene Klärung und eine Aussprache haben wolle, sich jetzt aber wie ein trotziger Teenager verhält. Ich bewerfe ihn mit seinen Klamotten, unter denen er sofort verschwindet und mein letzter Gedanken ist: „Endlich geht er!“

September 18

#0029 Wer ist der Nächste?

Auszug mehrerer Personen aus einer WG. Nach jeder Entscheidung wird einer der Könige und ein Bürger aus der WG verbannt. Ich will krampfhaft mit einer Frau eine Beziehung aufbauen, der am Boden sitzt. In ihrem Zimmer findet man knallrote Wände, ein schwarz-weißes Bett und einen riesigen Haufen knallpinker Erdbeeren. Die oberste Erdbeere springt mir sofort ins Auge, da sie herzförmig ist. Ich versuche dem Mädchen zu sagen, dass sie statt Michael Jackson doch Janet Jackson tanzen kann. Das ist mein idealer Vorschlag, denn sie will kein Make-up tragen. Ich sage ihr außerdem noch, dass sie etwas Schönes mit ihren Haaren machen kann, um sie zu motivieren. Darauf sagt sie eingeschüchtert, dass ich jetzt besser gehe. Sie trägt offensichtlich eine gelockte kunstglänzende schwarze Perücke mit roten Strähnchen und will eigentlich nicht auffallen. Sie ist sehr ängstlich.
Von wen mir ausgesucht werden und nach welchem Schema das passiert, weiß ich nicht. Ich habe trotzdem keine Angst und will dieser Person helfen.

September 10

#0028 Mutieren denn hier alle zu Emanuel?

Die erste Suche handelt von Emanuel, den ich zum Auszug einiges hinterher sammeln muss. Wir switchen ständig zwischen Wohnzimmer und Supermarkteingang hin und her. Es ist sehr anstrengend und ich brauche mehrere Anläufe, bis ich von ihm loskomme. Es nervt mich, dass er denkt, dass ich wegen Sehnsucht ständig nochmal zu ihm komme. Ich kommuniziere allerdings nur mit ihm, um ihm meine Verletzung zu zeigen, doch er versteht nichts.
In der Umkleide des Schwimmbads mit dem Thema „Sexuelle Lust“ ziehe ich nur an, wer dem gerecht werden kann. Ob es Jemanden gibt, das fällt mir jetzt noch nicht auf.

Die zweite Suche spielt in Prag oder Philadelphia. Naomi sagt mir, dass man hier sehr gut aufgehoben ist und seine Ruhe genießen kann. Es ist ein strahlend heller Tag und ich befinde mich neben einer kleinen Scheune mit angrenzendem Wohnhaus und einem knallblauen Ziegeldach. Eine Frau aus Gerswalde schiebt mit ihrem Dorfblick entnervt und demotiviert eine Schubkarre voll Heu vor sich her. Ich frage mich, wieso sie nicht froh ist, hier zu sein. Wenn sie unglücklich ist, soll sie doch einfach ihr Leben ändern; das ist doch leicht! In diesem Moment liegt überall gelbgoldenes leuchtendes Stroh herum.
Kurz zuvor bin ich in einem dunklen Raum mit Madlen (welche sonst sehr gewissenhaft ist) und sie erzählt mir von einer Strom-Rechnung von fast 3.000€. Ich frage sie bestürzt, aber nicht vorwurfsvoll, warum das denn noch nicht bezahlt wurde und sie meint, das hätte sie schon getan. Es stellt sich heraus, dass sie auf ein falsches Konto eingezahlt hat.

September 6

#0027 Mach‘ Platz für die Einrichtung!

Nußloch. Weiße farbabgeblätterte Außenwände, schäbige rote Bilderrahmen mit Sprüchen im Schaufenster. Soll ich da jetzt wirklich wohnen? Im Souterrain mit wenig Licht und sehr verwinkelter Wohnung liegt meine (oder unsere?) Wohnung. Es fühlt sich an, als säße mir jemand im Nacken. Jemand schaut im Wohnzimmer fern und fühlt sich durch meine bloße Anwesenheit dermaßen gestört, dass er den Türschlitz vor mir sogar auch noch schließt. Das ist doch schrecklich!

Mehrmals sehe ich den verwinkelten Altbaueingang und anscheinend wirre ich davor umher. Der Eingang ist nicht direkt an der Straße, sondern ca. zwei Meter von der Straße zurückgesetzt. Als ich lüften will, fällt mir auf, dass an jeder Wand nur ein Fenster genau mittig plaziert ist. Es kann kein Durchzug hergestellt werden und obwohl niemand dort ist, steht mir ständig jemand im Weg. Irgendwie ist noch Emanuels Mutter dort und sie holt etwas aus der Wohnung. Ich sitze nur desinteressiert auf einer Art Pritsche und warte darauf, dass sie geht.

Trotz des weißen hellen Lichts draußen ist es in der Wohnung viel zu dunkel. Der Grundriss ist auch so verwinkelt, dass man nicht einfach wahllos seine Möbel hätte platzieren können und mich stört die Vorstellung, dass Emanuel einfach wahllos alles vollgestellt hat.

September 6

#0026 Jack, ich fliege! Jack!

Der Tag des Endes von Emanuel. Die Suche beginnt um 4:00 Uhr und direkt nach dem Eintauchen bin ich schlagartig dort.

Ich fliege federleicht über den Hof in Gerswalde. Ich staune: „Wow, ist das schön!“ und alle Farben bekommen eine höhere Sättigungsstufe. Die Backsteinmauer verwandelt sich vom bekannten Braun-Grau zu einem knalligen Rot-Orange. Alle umliegenden Bäume erwachsen über die Dächer hinaus und faszinieren mich mit ihrem fast neonfarbenen Grün. Der Himmel flimmert zwischen gleißendem Weiß und Himmelblau hin und her wie das Geräusch der Psychokinese-Attacke von Pokémon vermuten lässt. Es wirkt, als wolle mir die gesamte Umgebung zulächeln. Alles flimmert, als würde ich ein altes Röhrenfernsehbild einstellen.
Ich sage: „Ich will jetzt zum Dach fliegen und dann aufwachen.“, um gleich darauf das erhabenste Glücksgefühl überhaupt zu fühlen.

September 6

#0025 Die Spiegel sind die Abkürzung.

Ich befinde mich mit Naomi in einer Hotelanlage, in der die äußeren Zimmer private Schlafzimmer sind und der lichtlose Kern besteht aus Küchen oder Gemeinschaftsräumen. Ich laufe schnurstracks durch die Öffnungen zwischen den einzelnen Räumen, die wir schmale hochkantige Spiegel aussehen. Naomi krabbelt mir hinterher durch die bräunlichen Schlafzimmer.

Irgendwann verlasse ich das Zimmer, obwohl ich weiß, dass es noch weiter geht. Ich frage Jemanden aus der Küche (Kellnerin Sunny?) und sie sagt: „Zu …? Da müsst ihr noch eine Weile laufen, aber ihr seid auf dem richtigen Weg, dort immer gerade aus!“ und sie deutet auf den Spiegelweg, den wir bereits eingeschlagen haben.

September 6

#0024 Spaßloses Über-die-Strenge-schlagen

Zusammen mit Emanuel bin ich in einer verwinkelten Gegend, ähnlich dem Soda. Wir kommen zu einem Automaten, an dem man lesbisch oder eine andere Art auswählen kann. Wofür entscheide ich mich? In der Wechselgeldklappe liegen unzählige Münzen. Unauffällig greife ich wahllos viele Cents, was keiner bemerkt. Emanuel greift ebenfalls herein und zieht bewusst nur die wertvollsten Zwei-Euro-Münzen heraus. Mir ist klar, dass das illegal ist, aber ich imitiere ihn und nehme ebenfalls noch Zwei-Euro-Münzen. Der Besitzer sieht dies und kommt uns immer näher. Nun bekommt auch Emanuel Schiss und wir rennen davon; der Italiener hinterher.

Wir kommen in einer Balkonlandschaft an und suchen uns eine unverschlossene Wohnung aus, die wir belagern können. Eine Nachbarin verwickelt mich (oder Emanuel?) in ein Gespräch, jedoch gebe ich ihr nur spärliche Infos. Aber Emanuel verplappert sich oder verhält sich sehr auffällig.
Der Besitzer und sein Freund sind plötzlich wieder da und das Versteckspiel hat ein Ende.