September 6

#0023 Stella, bist das du?

Madlen fährt mich während der Rush-Hour in eine Villa mit Garten um eine Freundin (Stella) in Eberswalde zu besuchen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob wir uns in der Villa oder an einem anderen Ort treffen.

Ich stehe an einem großen Eingangsfenster zum Garten hin und die Freundin (ca. 10 Jahre alt) rennt spielerisch herum und trägt einen geringelten Rollkragenpullover. Es ist mir in diesem Moment egal, ob wir hier spielen oder woanders.

September 6

#0022 Ich werde dich vermissen, Frodo!

Meine Aufgabe besteht darin, die kleinen Balkonpflanzen des Klassenzimmers zu pflegen. Das Klassenzimmer ist kreisrund wie ein Leuchtturm und ich betrete es immer nachts, weil ich von dort alle beobachten kann. Ebenfalls habe ich von dort einen perfekten Blick auf den Garten, der in rot-gelbes Laternenlicht getunkt ist.

Als ich zum Garten gehe, laufe ich an Familienhäusern vorbei, in denen schon viele Menschen auf eine Couch gezwängt im Eingangsbereich sitzen. Im Garten angekommen, der nur durch einen einfachen Schnappriegel verschlossen ist, toben plötzlich drei Katzen mit grau-schwarzen Mustern um mich herum. Ich bin davon so abgelenkt, dass ich das kleine Gatter nicht mehr zu bekomme.

Dann stehe ich in der Eingangstür zum Klassenzimmer und berichte jemanden, wie ich auf die Pflanzen geachtet habe. Währendessen beobachte ich eine der kleinen lila-pinken Blüten des Gartens. Es unterbricht uns jemand, der aussieht wie Frodo, dem ich mich hingezogen fühle. Er müsse (wegen eines Anrufs) bereits heute abreisen und es sei sein letzter Tag. Ich merke, dass ich ihn vermissen werde und er berührt liebevoll meinen Unterarm.

September 6

#0021 Spring‘ einfach!

Es ist hellster Sonnenschein und ich springe von einer Erhöhung in einen grau ummauerten langgezogenen Pool. Immer wieder kommen Sequenzen wie aus einem Werbespot, die sich zu einem Porno verändern.

Beim Springen in den Pool bin ich oben ohne und das ist mir auch bewusst, dass man mich beobachtet. Aber ich bin trotzdem gesprungen. Der Pool ist sehr tief mit vielen Fenstern und in einen Hügel eingelassen.
An einigen Stellen befindet sich brauner Rost.

September 6

#0020 Wem hören wir zu?

Obwohl wir nicht dazu gehören, setzen wir uns dazu und lauschen dem Hochzeitsvortrag, um nicht aufzufallen. Es ist ein heller Sommertag auf einer kleinen Wiese mit einer Hecke umrahmt. Die Hecke bildet ein Quadrat und darin sind diagonal die weißen Stühle angeordnet. An beiden Ecken stehen zwei Männer; der eine weißt uns darauf hin, dass es bald los geht. Um nicht aufzufallen, setzen wir uns (wieder?) hin und hören zu. Eigentlich haben wir nämlich eine Aufgabe, die wir erfüllen müssen. Plötzlich bin ich erhobenen Hauptes einfach aufgestanden und habe signalisiert: „Mir egal, ob ihr von mir erwartet, dass ich brav sitzen bleibe! Ich hab‘ was Anderes vor!“

September 6

#0019 Achtung vor dem pinken Bären!

Zwei Tage innerhalb einer Suche.

Ich bin mit einer Gruppe Leuten auf einem Festmarkt unterwegs. Naomi ist ebenfalls dabei. Alles ist gepflastert; die Straße mit grauen Steinen und die Mauerwände mit roten Ziegelsteinen. Überall liegen erschöpft die Menschen auf der Straße und schlafen vor sich hin. Sie tragen weiße Kleidung und wirken wie aus einer Quarantäne-Einrichtung ausgebrochen. In den weißen Plakaten, die an der Ziegelmauer hängen, befinden sich zwei kleine merkwürdige Risse. Es scheint, als bestehen die Plakate zeitgleich aus Papier und Porzellan.
Als ich die anderen frage, was hier passiert sei, schauen sie mich entsetzt an. Es sei ein Anschlag passiert, bekomme ich mit enttäuschtem Unterton geantwortet. Ich betone mehrmals, dass ich kein TV mehr schaue und nur noch selten am Handy bin und deshalb so uninformiert bin, aber das hört niemand. Wir nähern uns zwei halbrunden, kastig aussehenden knallpinken Plüschbären, die in ihrer Stirn ein seltsames Loch wie für eine versteckte Kamera aufweisen. Naomi sagt zu mir, dass wir die uns bereits vorher angeschaut haben, uns aber nichts von den Löchern aufgefallen ist.

In einer Wohnung unterhalte ich mich mit Madlen. Ich erzähle, dass ich mich unbewusst von den Bären fern hielt, aber niemanden gewarnt habe. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich mir dies während der Suche einreden wollte oder ob es wirklich so ist.

September 6

#0018 Hundefutter im Klassenzimmer

Ich befinde mich in einer Art blau-weißem Empfang wie in einem Krankenhaus. Jemand aus Fear the Walking Dead muss sich auf seinen Unterricht vorbereiten. Ich weise darauf hin, dass noch Hundekuchen im Lager vorrätig sei. Aber eine Kollegin meint, dass dies nicht zu meiner Arbeitszeit gehöre. Sie kommt mir vor wie die hinterhältige Dana. Auch Paula  ist hier und erzählt, dass Steve Jobs immer so fertig von Arbeit nach Hause kommt, dass er nur noch auf dem Sofa schläft.

September 2

Mid-Light für alte Bekannte

Soeben schoss mir durch den Kopf, als ich die Fuck-Seite (oder FAQ-Seite) überarbeitet habe, dass es noch diesen einen persönlichen Blog gibt, den ich gern immer mal wieder aufrufe. Die Person, die diesen Blog schreibt, kenne ich persönlich. Bzw. kannte ich. Aber wann kennt man jemanden eigentlich wirklich? Ich kann das von mir selbst nicht einmal behaupten, also maße ich mir das bei anderen Menschen besser erst garnicht an.

Jedenfalls kamen einige Assoziationen in mir auf, als ich den Blog digital durchblätterte. Eine Art Sehnsuchtsgefühl, aber diese Menschen möchte ich nicht mehr in meinem Leben haben. Wonach habe ich also Sehnsucht? Nach kurzem Auseinanderpflügen ist es mir eingefallen: Ich habe Sehnsucht nach dem Gefühl, welches ich von diesen Menschen erwartet hatte.

Ich wollte in ihnen immer meine Gang, meine Freunde, mein Refugium sehen. Meins halt. Bereits am Anfang habe ich gespürt, dass sich diese Menschen nicht anteilig so sehr mir gegenüber öffnen würden wie ich mich für sie. Irgendwie hatte ich die große Hoffnung, dass sie diese Entwicklung durchlaufen, wenn ich… Ja, wenn ich was? Ihnen genug Zeit schenke? Genug Scheiße mit ihnen baue? Ihnen genug Aufmerksamkeit gebe? Was?
Ich glaube jetzt, dass es kein „Was“ gibt. Nur ein „Nicht“. Sie sind es einfach nicht und hätten es auch nie werden können. Meine Angst vor dem Alleinsein trieb mich dazu, jeden Freundschaftsstrohhalm zu greifen, der nur irgendwie in meine Nähe geriet. Jetzt spüre ich, dass ich Menschen automatisch anziehe, die sind wie ich; seitdem ich es zulasse und keine Angst mehr davor haben will, einigen Menschen den Umgang mit mir zu verweigern.

Es wurde damals zusehends dystopischer. Ich wurde wegen einer Lapalie, von der ich nicht einmal mehr das kleinste Detail weiß, aus „der Gang“ ausgeschlossen. Natürlich nicht verbal, nein. Es schwebte wie eine unsichtbare Giftwolke zu mir herüber. Aber ich wollte mich nicht anpupsen lassen und suchte freiwillig das Weite.

Was mir an dieser Truppe als Einziges sehr scharf im Gedächtnis geblieben ist, war die ehrlichste Aussage, die ich jemals von einer alkoholisierten Person gehört habe. (Betrunkene sagen immer die Wahrheit und so, ihr wisst.) Sie saß neben mir auf dem Linoleumküchenboden und wir aßen die letzten Reste Fertig-Käsenudeln mit gebratener Wiener. Ihr bester Freund, für den sie sich sogar hat ein Tattoo stechen lassen, war bereits auf meiner Couch schlafend in sich zusammengesackt und sie begann ihre Beichte mit „Weißt du, wenn ich ganz ehrlich bin […]“ und mein Magen rutschte wie auf dem Piratenschiffskarussel einmal nach links, einmal nach rechts. „[…] wenn ich mich in diesem Gefühl befinde wie jetzt, und das habe ich nicht oft, dann ist er überhaupt nicht da.“
„Wer ist nicht da?“, fragte ich, obwohl ich binnen Bruchteilen einer Sekunde wusste, was abgeht. Aber ich wollte es von ihr hören. „Er als mein bester Freund. Das hat für mich alles keine Bedeutung, weißt du? Er ist da und unternimmt viele Sachen mit mir und ich genieße es auch, so viel zu unternehmen. Aber eigentlich ist keiner von meinen Freunden wirklich greifbar für mich. Keiner ist da.“

Das war einer der prägendsten Momente in meinem Leben. Es war nämlich keine Einsamkeit oder dass niemand ihrer Freunde wirklich für sie einstehen würde. Nein, es war eine bitterdüstere Aussage, dass keiner von diesen Menschen ihr wirklich wichtig ist. Mittel zum Zweck. Einfach da für den schönen Schein.

Und für alles zusammen gibt’s ein Gruppentattoo!

September 2

#0017 Spiegelbauliche Dominante

Das Erlebnis trägt sich in einem Raum zu, den ich bei früheren Suchen oft betreten habe. Es ist eine Art Entrée; rechts führt eine pompöse Marmortreppe empor; links hängen riesige an die Wand gekippte Spiegel. Von diesen Spiegeln geht für mich eine unglaubliche Anziehungskraft aus. Doch bevor ich in vorherigen Suchen in den Spiegel schauen konnte, riss die Suche ab. Hätte ich mich gesehen?

Diese Suche beginnt mit Sherlock Holmes, der mir eine wichtige Aufgabe aufgeträgt. Ich solle bei trübem Wetter an der Reling stehen und das Wasser untersuchen. Ich dokumentiere alles mit einer Kamera und bin genervt von den Menschen, die plötzlich auch ganz viele Fotos schießen und drängeln. In diesem Moment rufe bzw. denke ich: „Was machen die da? Die verscheuchen noch alle Pokémon!“ Tatsächlich springen im Wasser die unterschiedlichsten Pokémon herum und das Wasser verwandelt sich plötzlich zu einem Bankett wie auf einer Hochzeit. Alles ist pompös in schlichtem Weiß dekoriert. Da ich immernoch von den Menschen eingeengt bin, suche ich mir einen ruhigen Platz.

Kaum zwei Schritte nach links erstaune ich total, denn ich stehe exakt oben auf der Marmortreppe, die ich sonst nur von unten kenne! Es ist ein erhabenes Gefühl und ich betrachte alles ganz genau. Roter Samtteppich ist überall ausgelegt und die zwei riesigen Spiele sehen von hier oben noch viel schöner aus als vorher.

September 2

#0016 Verantwortung abgeben

3 Suchsequenzen.

Die hellste spielt draußen an der frischen Luft. Eine Katze mit sehr dunklem schwarz-grauem Fell, welches aber schön glänzt, springt empor und verwandelt sich in der Luft in eine weiße Katze. Eine Freundin von mir trägt einen großen Rucksack und wird von der Katze angesprungen. Die Katze sitzt oben auf dem Rucksack auf und ich sage, dass ich die Katze trotz ihrer Macken nicht abgeben will.

Zuvor befinde ich mich in der Nähe eines sehr engen, grauen und verwinkelten Bahnhofsgebäudes, welches teilweise unterirdisch ist. Die Treppenaufgänge sind ebenfalls sehr eng und ohne Geländer versehen. Es ist ein Wunder, dass bei dem ganzen Gedrängel niemand gestürzt ist. Plötzlich ist meine Kollegin Nina da: Ich erkenne sie an ihren Haaren. Sie trägt einen Rucksack und etwas prägnant Gelbes. Ob es sich dabei um eine Hose oder den Rucksack selbst handelt, erkenne ich nicht. Wir hatten ohne Durchsage das Wissen erlangt, dass der Zug ausfällt und wir umsteigen müssen. Nina macht auf der Stelle kehrt und ich sage, dass ich letztens eine bestimmte Verbindung gefahren sei, aber sie antwortet mir nicht.

September 2

Glückesschief.

Je mehr ich mich mit mir selbst auseinandersetze, desto mehr verstehe ich die Tragweite der Aussage „Das Glück findest du nur in dir selbst.“

Es fühlt sich nicht einfach an wie ein Stein, der ins Rollen gebracht wird. Für mich kippt der Stein den Berg, um in Fahrt zu kommen.