Mai 12

Berlintypisches Konzert nicht in Berlin


Irgendwie ist jeder Tag, an dem ich was unternehme und meine Kamera vergesse im Endeffekt immer saugeil.


Gestern war ein Tag, an dem alles anders war als gedacht. Zum Konzert einer befreundeten Band. Ich erwartete einen großen Saal, in dem man vor Menschenmassen und 30°C Außentemperatur nicht mehr atmen kann. Stattdessen bekam ich einen kleinen Jugendclub mit Stehlampen als Scheinwerfer und das nicht mal in Berlin! Und es war einfach perfekt. Konzert würde ich das garnicht nennen, denn wann hört man schon den Schlagzeuger ohne Mikrophon „Momääähääänt!“ sagen, weil er noch nicht bereit für den ersten Song ist? Das ist hier wirklich zu meinem Tagebuch mutiert.

Am allerschönsten fand ich aber, neue Leute kennen zu lernen, mit denen man sofort Ärsche auf Eimer ist.


Und das nur, weil man selbst so ist, wie man ist.


Das i-Tüpfelchen: Es wurden Gewitter und 30°C angesagt. Es ist strahlender Sonnenschein und angenehme 25°C! Geil!

Mai 12

Treffen sich zwei Nasen, fragte die eine: „Na, wie läuft’s?“

Berlin ist verrückt. Dafür liebe ich es.
Am aller verrücktesten finde ich es, dass ich so unkompliziert in die persönlichsten Gespräche mit Fremden kommen kann, die ich nicht mal mit jahrelangen Freunden führen werde. Und am allerbesten funktionieren diese Gespräche im Taxi: Begrenzte Zeit und eine gewisse Art an „Dienstleistung“ bringen die Grundstimmung eher in eine Art Speed-Dating-Modus, dass man sich unterhalten „müsse“.
Glücklicherweise sind viele der Taxifahrer in Berlin (mit wirklich nur einer Ausnahme) sehr kommunikativ und aufgeschlossen.

Es geht im Sprintmodus von 5-sekündigem Smalltalk direkt in die Vollen: Gefühlschaos, Lebenswünsche, Alltagsqualen. Ich find das so klasse.


Ganz ehrlich, fahrt mehr Taxi!


Vorallem wochentags am Abend; ihr werdet erstaunt sein, welche besonderen Lebensgeschichten euch für immer begleiten werden!
Heute hatte ich mit Abstand die beste Taxibegegnung überhaupt: Es ging um persönliche Psyche, ehrliche Worte und noch ehrlicheres Mitgefühl. Ohne etwas von den Geheimnissen zu verraten, die mir anvertraut wurden, will ich sagen:

Danke nochmals, lieber Taxifahrer Mario, dass du zu dieser Tageszeit arbeitest. Denn ohne dich und deine Kollegen müsste ich jetzt noch in der verspäteten und von unangenehmen Fahrgästen gefüllte Ringbahn sitzen… Ich freue mich auch sehr über das ehrliche Gespräch mit dir und hoffe, dass du dich, wenn du das hier liest, in etwa an mich zurück erinnern kannst.
Deinen Glücks-Cent habe ich an einen guten Aufbewahrungsort getan. Wenn er seine Pflicht erfüllt hat, bekommst du ihn zurück!

Juli 10

Die Menschen sind nicht dafür geschaffen, im Stress zu leben.

Oh, wie wahr, mein lieber Freund. Wie wahr. Es ist schade, wenn alle immer nur zu gehetzt sind, um sich zu besuchen oder 10 Minuten zu investieren, wenn man sich zufällig über den Weg läuft.


Berlin ist ein Dorf, ich sag’s euch.


Innerhalb von wirklich 1 Minute traf ich seit Langem zwei Freunde wieder, ganz zufällig an der S-Bahn-Haltestelle. Im Abstand von 1 Minute, wenn überhaupt. Und die beiden kennen sich sogar sehr gut. Was ist das für ein Zufall? „Kein Zufall, sondern ein Zeichen“, sagte einer der beiden. Und so sehe ich das auch. Weiterlesen

Februar 2

Berlin kann auch ruhig.

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Das Hässliche einfangen war schon immer irgendwie mein Hobby.


Am Alex tue ich mich schwer mit dem Fotografieren. Viel zu viele Menschen, Auch-„Fotografen“, aber viel zu wenig Fotografierenswertes. Also weiterziehen.

Personen zu fotografieren traue ich mich (noch) nicht. Ich brauche einen geschützten Winkel, in dem ich unbemerkt Motive finden kann. Unbeobachtet beobachten. Ja, das ist doch die Devise der heutigen Digital-Stalk-Generation. Ich bleibe da lieber analog.
Abseits der Wege findet sich Sehenswerteres, zumindest durch meine Linse.

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