Mai 12

Treffen sich zwei Nasen, fragte die eine: „Na, wie läuft’s?“

Berlin ist verrückt. Dafür liebe ich es.
Am aller verrücktesten finde ich es, dass ich so unkompliziert in die persönlichsten Gespräche mit Fremden kommen kann, die ich nicht mal mit jahrelangen Freunden führen werde. Und am allerbesten funktionieren diese Gespräche im Taxi: Begrenzte Zeit und eine gewisse Art an „Dienstleistung“ bringen die Grundstimmung eher in eine Art Speed-Dating-Modus, dass man sich unterhalten „müsse“.
Glücklicherweise sind viele der Taxifahrer in Berlin (mit wirklich nur einer Ausnahme) sehr kommunikativ und aufgeschlossen.

Es geht im Sprintmodus von 5-sekündigem Smalltalk direkt in die Vollen: Gefühlschaos, Lebenswünsche, Alltagsqualen. Ich find das so klasse.


Ganz ehrlich, fahrt mehr Taxi!


Vorallem wochentags am Abend; ihr werdet erstaunt sein, welche besonderen Lebensgeschichten euch für immer begleiten werden!
Heute hatte ich mit Abstand die beste Taxibegegnung überhaupt: Es ging um persönliche Psyche, ehrliche Worte und noch ehrlicheres Mitgefühl. Ohne etwas von den Geheimnissen zu verraten, die mir anvertraut wurden, will ich sagen:

Danke nochmals, lieber Taxifahrer Mario, dass du zu dieser Tageszeit arbeitest. Denn ohne dich und deine Kollegen müsste ich jetzt noch in der verspäteten und von unangenehmen Fahrgästen gefüllte Ringbahn sitzen… Ich freue mich auch sehr über das ehrliche Gespräch mit dir und hoffe, dass du dich, wenn du das hier liest, in etwa an mich zurück erinnern kannst.
Deinen Glücks-Cent habe ich an einen guten Aufbewahrungsort getan. Wenn er seine Pflicht erfüllt hat, bekommst du ihn zurück!


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VeröffentlichtMai 12, 2017 von Die Irre in Kategorie "Geschriebenes

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